(06.01.2015) „Ethik-Rating wäre ein Sinneswandel“

Bankmagazin - Interview mit Dr. Ekkehard Thiesler

In einem Interview des Bankmagazins berichtet Dr. Ekkehard Thiesler, Vorstandsvorsitzender der Bank für Kirche und Diakonie, über die Auswirkungen der Niedrigzinsphase, den Erfolg der Ethikbanken und den Wandel bei traditionellen Instituten.

Herr Thiesler, die Bank für Kirche und Diakonie hat im vergangenen Jahr eine Dividende von sieben Prozent ausgeschüttet. Wie schaffen Sie das?
Thiesler: Wir versuchen, diese sieben Prozent Dividende seit Jahren zu zahlen. Und wir schaffen es in der Regel, weil wir Marathonläufer sind, also langfristig denken und handeln. Außerdem sind wir schlank aufgestellt. So wird der Verwaltungsaufwand nicht zu hoch – und frisst nicht zu sehr an den Margen.

Wo liegt denn Ihre Cost-Income-Ratio?
Thiesler: Wir haben seit einigen Jahren eine Aufwands-Ertrags-Quote von rund 34 Prozent.

Das ist deutlich unter dem Schnitt der Branche. Haben Sie denn weniger Personal, haben Sie keine Sachkosten?
Thiesler: Wir sind sparsam und haben Vorteile durch große Losgrößen im institutionellen Geschäft. Wir vergeben Millionenkredite und holen Millionenvermögen herein. Deshalb beschäftigen wir fast nur Spezialisten und kaum Servicekräfte. Nur in Dortmund, Duisburg und Dresden haben wir noch klassisches Schaltergeschäft, alle weiteren Standorte sind Büros. Das ist natürlich kostengünstig.

Ihre Konkurrenten klagen über hohe regulatorische Anforderungen und niedrige Zinsen. Sind Sie davon gar nicht betroffen?
Thiesler: Doch, das trifft uns auch. Die regulatorischen Anforderungen, die wir erfüllen müssen, sind enorm. Vieles ist auf europäischer Ebene mit heißer Nadel gestrickt und nicht bis in die nötigen Details durchdacht worden.


Das ausführliche Interview als Pdf-Datei finden Sie hier.