(30.09.2015) Grün mobil sein

Elektrofahrzeuge erobern auch kirchliche Organisationen

Bielefeld. Düsseldorf. Dortmund. Flott, lautlos, wendig – so bewegt es sich mit den modernen Elektroflitzern. Attraktiv – gerade für Fahrten innerhalb der Großstadt und im Umland. Auch die beiden großen Landeskirchen in NRW und die Bank für Kirche und Diakonie haben sich ein kleines Modell angeschafft und erste Erfahrungen gesammelt.

Perspektiven: Welche Erfahrungen haben Sie bei und nach der Anschaffung des i3 gemacht?

Dr. Johann Weusmann: Der BMW lässt sich angenehm fahren, ist zügig unterwegs und bequem. Die Reichweite beträgt laut Hersteller nach sechs bis acht Stunden Laden bei einer Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h bis zu 160 Kilometer. In der Praxis ist die Reichweite aber eben auch davon abhängig, ob im Winter die Heizung oder im Sommer die Klimaanlage stark genutzt werden muss. Für Gepäck ist naturgemäß wenig Platz, aber für die Fahrten im Nahbereich rund um unseren Standort Düsseldorf ist das Elektroauto eine gute Alternative.

Elektrofahrzeuge sind in der Anschaffung noch immer recht teuer, wie haben Sie die Anschaffung gerechtfertigt?

Klaus Winterhoff: Alle unsere Dienstwagen sind geleast; auch der i3. Das Elektromobil ersetzt nun eines unserer bisher vier Dieselfahrzeuge. Zudem haben wir einen staatlichen Zuschuss erhalten, weil wir uns an einem Forschungsprojekt für Elektrofahrzeuge beteiligen. Das Thema Amortisation ist kompliziert, was mit den verschiedenen objektiven Parametern und den subjektiven Ansichtspunkten der Betrachter zusammenhängt. Ein Beitrag zum Umweltschutz darf auch etwas kosten.

Planen Sie im Landeskirchenamt weitere Anschaffungen/einen Ausbau der Elektromobilität?

Dr. Johann Weusmann: Das Gebiet der Evangelischen Kirche ist groß. Da gibt es viele Fahrstrecken auf den Hunsrück, in Westerwald und Eifel und ins Saarland, die mit der beschränkten Reichweite des Elektroautos leider nicht zu machen sind. Deshalb wird es erst einmal bei dem einen i3 bleiben. Trotzdem haben wir das Thema im Blick: Die Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Landeskirchenamts liefert grünen Strom, und Präses Manfred Rekowski ist ja schon seit zehn Jahren auch privat ein begeisterter Elektromobilbesitzer und -nutzer.

Klaus Winterhoff: Auch in Bielefeld erzeugt eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Landeskirchenamts Strom aus Sonnenenergie. Selbstverständlich ist außerdem, dass wir bei Renovierung und Umbau unserer Tagungsstätte Haus Villigst ökologische Maßstäbe anlegen, auch über die gesetzlichen Vorschriften hinaus. Bereits 2008 hat unsere Synode beschlossen, dass die CO2-Emissionen im Bereich der westfälischen Landeskirche bis 2020 um 40 Prozent (auf der Basis von 1990) reduziert werden. Wir sind zu diesem Ziel gut unterwegs. Mit dem Elektrofahrzeug sammeln wir jetzt Erfahrungen im Raum Bielefeld und der weiteren Umgebung. Wir hoffen, dass diese Technik sich bald so weiterentwickelt, dass die Reichweite deutlich steigt. Gleichzeitig achte ich als Finanzdezernent darauf, dass Ökonomie und Ökologie im Einklang miteinander stehen.