(28.04.2017) Investieren Sie in Ihr Haus, nicht in Ihre Heizkosten

3. Teil der Immobilien-Serie: Energetische Sanierung

Ist das Haus erst einmal komplett eingerichtet, verschwenden die Wenigsten Gedanken an die Dämmung, die Heizung oder sogar an die Qualität ihrer Fenster. Dass sie damit aber früher oder später ihr Geld verschwenden, ist vielen offenbar gar nicht bewusst. Daher ist es besonders wichtig, sich Zeit zu nehmen, um die Dach-, Fenster- und Wärmedämmung einer kritischen Prüfung zu unterziehen.

Ob Gas, Heizöl, Fernwärme oder Strom – die Preise für Energie schwanken und zeigen langfristig einen Trend nach oben. Umso sinnvoller erscheint es für viele Hausbesitzer, dieser Mehrbelastung entgegenzuwirken. So ist ein möglichst geringer Energieverbrauch der beste Garant für niedrige Energiekosten. Wer also frühzeitig plant, sein Haus mit einer energetischen Sanierung auf den neuesten Stand zu bringen, profitiert nicht nur von niedrigeren Heizkosten, sondern steigert auch den Wert sowie Wohnkomfort seiner Immobilie und tut dabei noch etwas Gutes für die Umwelt. Um Mehrausgaben zu vermeiden, ist es ratsam, die Sanierung vorher genau zu planen. So ist eine Kombination von neuem Außenputz zusammen mit einer Fassadendämmung sinnvoll und kostensparend.

Ein Gebäude, viele Möglichkeiten

Bei einer energetischen Sanierung können Sie an vielen Punkten ansetzen. Wichtig ist nur, dass alle Maßnahmen aufeinander abgestimmt werden und Sie das Gebäude als Ganzes betrachten. Beispielsweise wäre es sinnlos, die Fassade zu dämmen, wenn die Wärme weiterhin über ein undichtes Dach oder alte Fenster entweichen kann. Zudem kann Ihre neue Heizung kleiner ausfallen, wenn ohnehin schon eine Dämmung geplant ist.

Dämmen

Bei der Wärmedämmung geht es in erster Linie darum, den Wärmeverlust über die Gebäudehülle zu reduzieren, um in der kalten Jahreszeit die Heizkosten zu mindern. Je älter das Gebäude ist, umso höher sind in der Regel die Einsparpotenziale.

  • Wände: Um das Mauerwerk effizient zu dämmen, ist die Isolierung der Außenwände eine beliebte Möglichkeit. Eine gedämmte Außenwand mindert den Wärmetransport von innen nach außen und bewirkt, dass im Winter die Wärme in den Räumen bzw. im Mauerwerk bleibt, während die Hitze im Sommer ausgesperrt wird.
  • Dach: Warme Luft steigt bekanntlich nach oben. Neben der Fassadendämmung ist         daher die Dachdämmung häufig der erste Schritt für Eigentümer, die ihr Haus             energetisch sanieren möchten. Sofern das Dachgeschoss nicht für Wohnzwecke         genutzt wird, ist die Dämmung der obersten Geschossdecke eine kostengünstige         Alternative.
  • Keller: In den meisten Fällen sind die Kellerräume kaum oder gar nicht beheizt. Also nicht verwunderlich, dass die Kälte entweder über die Treppe oder durch die ungedämmte Kellerdecke in das Erdgeschoss gelangt. Eine Dämmung der Kellerdecke reicht schon aus, um das Energieleck zu beseitigen und sorgt automatisch für einen angenehm warmen Fußboden.
Fenster

Fenster zählen zu den großen Schwachstellen eines Hauses. Das belegen Thermobildkameras, die den Wärmeverlust in Rot darstellen. Hier drängt die kalte Luft nach innen, während die mühsam erzeugte Wärme nach draußen entweichen kann.

Heizung

Fürs Heizen wird hierzulande viel – leider oft zu viel – Energie verbraucht. Denn Millionen von Heizungsanlagen in den deutschen Haushalten sind mittlerweile deutlich veraltet und somit reine „Energieschleudern“. Doch für welche Heiztechnik soll man sich stattdessen entscheiden? Die geeignete Wahl hängt davon ab, welche Anforderungen das Gebäude mit sich bringt und welche Präferenzen die Bewohner haben. Sie können beispielsweise Ihre alte Öl- oder Gasheizung durch einen modernen Öl- und Gas-Brennwertkessel ersetzen. Während bei herkömmlichen Kesseln der Wasserdampf der Abgase ungenutzt durch den Schornstein entweicht, nutzen diese Modelle die darin versteckte Wärmeenergie.

Fördermittel so attraktiv wie nie

Wer seine Immobilie jetzt energetisch saniert, profitiert von Fördermitteln, die so attraktiv sind wie noch nie. So bietet beispielsweise die KfW eine Vielzahl an Förderprogrammen an, die Sie von zinsgünstigen Krediten und Zuschüssen profitieren lassen. Egal, ob Sie nur einzelne Sanierungsmaßnahmen planen oder eine vollständige Sanierung zum KfW-Effizienzhaus.

Kredit: Energieeffizient Sanieren (151):

Das Programm „Energieeffizient Sanieren – Kredit“ eignet sich für alle, die ihr Zuhause teilweise oder vollständig sanieren oder eine frisch sanierte Immobilie erwerben möchten. Im Programm „Energieeffizient Sanieren - Kredit“ beträgt der Darlehenshöchstbetrag bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit beim KfWEffizienzhaus oder 50.000 Euro bei Einzelmaßnahmen. Der für zehn Jahre feste Effektivzinssatz für einen Sanierungskredit beträgt derzeit 0,75 Prozent pro Jahr. Ein Tilgungszuschuss von bis zu 27.500 Euro je Wohneinheit reduziert das Darlehen und verkürzt die Laufzeit. Je besser der KfW-Effizienzhaus-Standard nach Sanierung ist, desto höher der Tilgungszuschuss.

Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss (430):

Immobilienbesitzer, die eine energetische Sanierung aus eigenen Mitteln stemmen, können jetzt einen Investitionszuschuss von maximal 30.000 Euro etwa für ihre Eigentumswohnung erhalten. Auch hier gilt: Je besser die künftige Energieeffizienz des Wohnraums ist, desto höher ist der Investitionszuschuss.

Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung (431):

Der Zuschuss eignet sich für alle, die ihre Immobilie energetisch sanieren und qualifizierte Sachverständige einbeziehen möchten (nur in Verbindung mit den Programmen 151/152, 153 und 430). Für die qualifizierte Baubegleitung gewährt die KfW einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent der Kosten für den Experten (bis zu 4.000 Euro pro Vorhaben).

KfW-Energieeffizienzhaus – Was ist das?

Für alle, die ihr Haus oder ihre Eigentumswohnung renovieren möchten, sollte das „KfW-Energieeffizienzhaus“ ein Begriff sein. Das Prinzip, das dahinter steckt, ist ganz einfach: Grundlage für die Effizienzhausstufe ist ein „Referenzgebäude“, das in der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 definiert ist. Ein Haus, dessen Energiebedarf genauso hoch ist wie der des Referenzgebäudes von 2009 – also 100 Prozent –, ist ein KfW-Effizienzhaus 100. Ein KfW-Effizienzhaus 85 benötigt dagegen nur 85 Prozent dieser Energie, ein KfW-Effizienzhaus 70 sogar nur 70 Prozent der Energie des Referenzgebäudes usw. Also: Je niedriger die Zahl, desto energieeffizienter ist das Gebäude und umso höher wiederum ist die Förderung.

Energieausweis für Wohngebäude

Die Katze im Sack kaufen? Das war gestern. Wer heute eine Wohnung mieten oder kaufen möchte, kann sich im Vorfeld über die energetische Qualität des Gebäudes informieren. Ob es sich bei dem vermeintlichen Traumhaus um ein energieeffizientes grünes Gebäude oder – im schlimmsten Fall – um ein ineffizientes dunkelrotes Haus handelt, verrät der Energieausweis für Wohngebäude.