(26.02.2014) Geldanlage: Wie nachhaltige Banken funktionieren

Nachhaltige Banken brauchen nicht nur strenge Investitionskriterien, sondern auch kritische Anleger und aktive Aktionäre, schreibt Dr. Ekkehard Thiesler in einem Kommentar auf wiwogreen.

Wissen Sie, was Ihre Bank mit Ihrem Geld macht? Wie und wo sie Ihr Geld investiert? In Rüstung, Kinderarbeit oder spekulative Finanzgeschäfte?
Genau diese Transparenz bieten Banken, die sich ethisch und nachhaltig aufgestellt haben. Diese sehen es sogar als ihre Aufgabe an, ihre Kunden und Anleger dafür zu interessieren, was mit ihrem Geld geschieht. Ihr Ziel ist eben nicht allein das reine Kapital.
Damit die Transparenz gelingt, brauchen die Finanzinstitute Kontrollinstrumente. Zum Beispiel einen Nachhaltigkeitsfilter.

Um Unternehmen oder Staaten, in die investiert werden soll, auf ihr ökologisches und soziales Verhalten zu prüfen, ist der Best-in-Class-Ansatz zu empfehlen. Dieses Prinzip sorgt dafür, nur in die Konzerne zu investieren, die sich innerhalb der Branche vorbildlich verhalten. Zudem hat der Best-in-Class-Ansatz den schönen Nebeneffekt, dass innerhalb der Branchen ein Wettbewerb entsteht, wer ethisch, ökologisch oder sozial der beste Konzern ist.

Wenn Unternehmen in den Nachhaltigkeitsfiltern hängen bleiben, ist es üblich, zunächst einmal mit dem betroffenen Konzern hinter den Kulissen zu sprechen. Erst wenn Gespräche gar nicht weiterführen, hilft der Weg an die Öffentlichkeit. Zunehmend nutzen dafür Großanleger ihre Macht als Aktionäre.

Der Markt für nachhaltige Anlagen wächst sehr viel schneller als der sonstige Fondsmarkt.
Kirchen und Stiftungen setzten bereits bei 74 Prozent des investierten Kapitals auf Nachhaltigkeitsstrategien. Auch die Renditen sind teilweise überdurchschnittlich hoch.

Nachhaltigkeitskriterien zu berücksichtigen, hat weder „Greenwashing“ zum Ziel noch sich als Gutmensch aufzuspielen. Nachhaltigkeit muss auch für Finanzdienstleister Kerngeschäft werden. Wer sich dem nicht stellt, wird früher oder später vom Aktionär bestraft. Es dreht sich bei nachhaltigen Finanzanlagen eben nicht allein darum, Ressourcen zu schonen und Menschen zu schützen. Es geht darum, Geld so sicher und effektiv wie möglich anzulegen – es geht um gesellschaftliche Akzeptanz und um unsere wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit.