(25.03.2013) Drei Jahre FairWorldFonds

Ein Grußwort der Präsidentin von Brot für die Welt

Der Markt für ethische Geldanlagen boomt. Immer mehr Anleger legen Wert darauf, dass ihr Vermögen ökologisch und sozial verantwortungsvoll investiert wird. Mit dem FairWorldFonds hat die Bank für Kirche und Diakonie freilich ein neues Kapitel im Bereich der ethischen Investmentfonds aufgeschlagen. Er stellt mit seiner Verknüpfung von entwicklungspolitischen mit ökologischen und menschenrechtlichen Kriterien ein besonderes, ein ambitioniertes Vorbild für eine ethische Anlagepolitik dar. Wir sind froh, dass die Bank für Kirche und Diakonie diesen mutigen Schritt gemeinsam mit GLS-Bank, Union Investment und Brot für die Welt gegangen ist.

Drei Jahre nach Auflegung des Fonds demonstriert der Erfolg des gemeinsamen Projektes, dass auch ein nachhaltiges Finanzprodukt mit besonders strengen ethischen Anforderungen am Markt bestehen kann.

 

Einen so großen Zuspruch der Anleger, der sich in einem Anlagevolumen von aktuell rund 120 Mio. Euro manifestiert, war noch nicht vorauszusehen, als Brot für die Welt zusammen mit dem Südwind Institut erstmals entwicklungspolitische Kriterien für nachhaltige Geldanlagen formulierte. Der Praxistest ist erfolgreich bestanden.


Die große Resonanz ist uns Ansporn, weitere Herausforderungen anzugehen: In Deutschland werden nur wenig mehr als ein Prozent aller Geldanlagen nachhaltig investiert – und nur ein Bruchteil dieser Anlagen hat menschenrechtliche und entwicklungspolitische Belange im Fokus. Es wird künftig also nicht nur darum gehen, den Anteil nachhaltiger Geldanlagen zu erhöhen. Auch deren menschenrechtliches und entwicklungspolitisches Profil muss geschärft werden und Transparenz und Qualitätsstandards im Anlagedschungel müssen geschaffen werden.


Gleichzeitig zeigt die Arbeit des Kriterienausschusses, der den FairWorldFonds in seiner Anlagepolitik berät, wie schwierig es ist, Wertpapiere und Emittenten ausfindig zu machen, die den strengen Kriterien  entsprechen. Engagierte Anleger sollten daher auch ihren direkten Einfluss als Investoren auf Unternehmen geltend machen und für eine Hinwendung zu Geschäftspraktiken eintreten, die Menschenrechte respektieren und Entwicklung fördern. Gerade kirchliche Investoren haben das Potential, hier eine Vorreiterrolle einzunehmen.


Cornelia Füllkrug-Weitzel
Präsidentin Brot für die Welt