(17.07.2015) Sparbrief zeichnen und Gutes tun

Zinsen für behinderte Kinder in Georgien spenden

Physiotherapie für Kinder mit Behinderung aus Lagodechi in Georgien – lautet das aktuelle Förderziel des LKG-Solidaritätsparbriefs, den wir in Kooperation mit der Diakonie Sachsen seit vielen Jahren auflegen. Renate Engelmann leitet seit 2013 die Initiative „Menschen in Not“ und gibt Auskunft zum Projekt.

Mit dem LKG-Solidaritätssparbrief sind bisher schon Projekte in Afrika, Osteuropa und Russland unterstützt worden. Die Erträge 2015/2016 sollen behinderten Kindern in Georgien zu Gute kommen.
Renate Engelmann, ehemalige Physiotherapeutin und Fachlehrerin für geistig behinderte Kinder, setzt sich seit vielen Jahren in der Kaukasusrepublik ein.

Perspektiven: Was bedeutet es in Georgien, mit einer Behinderung zu leben?
Renate Engelmann: Zunächst einmal, immer auf ihre Familie angewiesen zu sein. Behinderte gehören zu den sozial Schwachen mit wenig Verständnis in der Gesellschaft. Ein selbstständiges Leben ist nicht möglich. Perspektiven in der Arbeitswelt gibt es für sie auch nicht. Seit zwei Jahren erhalten sie eine geringe finanzielle Unterstützung, die allerdings zum Leben nicht reicht. Immerhin werden behinderte Menschen von ihren Angehörigen nicht mehr so versteckt.

In Deutschland geht die Entwicklung weiter, Menschen mit Behinderung sollen möglichst nirgendwo mehr ausgeschlossen werden. Gibt es auch in Georgien Fortschritte?
Kleine Fortschritte: So wird der Internationale Kindertag in Lagodechi gemeinsam mit behinderten Kindern des Landkreises gefeiert. Auch gibt es die Schulpflicht für alle. Die Inklusion ist gesetzlich geregelt. Jedoch scheitert es an der Umsetzung vor allem auf dem Land. Personal und bauliche Voraussetzungen fehlen und manchmal der Willen. Für behinderte Erwachsene gibt es kaum Arbeitsplätze, Handwerksberufe werden nicht ausgebildet. In einigen Städten gibt es Werkstätten für Menschen mit Behinderung als caritative Einrichtungen, die vom Ausland unterstützt werden, in Tblisi sogar ein Café, in dem junge Menschen mit Behinderung arbeiten.

Werden Sie mit Ihrer Initiative mit offenen Armen empfangen oder stoßen Sie auch auf Ablehnung?
Wir, als „die Deutschen“, genießen bei Eltern und Kindern hohes Vertrauen und werden schon erwartet. Zu den Behörden vor Ort haben wir ein sehr gutes Verhältnis. Sie unterstützen unsere Arbeit nach ihren Möglichkeiten.

Spüren Sie, dass Ihre Arbeit als Vorbild für andere dient?
Durch unsere Arbeit wurde das Interesse nach mehr Wissen im Umgang und der Förderung behinderter Menschen geweckt. Die in unseren Seminaren vermittelten Methoden wenden die Eltern zu Hause bei ihren Kindern an. Sie treten mit gewachsenem Selbstbewusstsein bei Behörden auf und fordern ihre Rechte ein. Wir konnten junge Georgier für die Arbeit mit behinderten Menschen gewinnen, z. B. studierte eine junge Frau in Deutschland Soziale Arbeit und ist jetzt als Lehrerin in Georgien tätig. Eine weitere befindet sich in Georgien in der Ausbildung zur Heilpädagogin.

Mehr Infos zum Projekt

Die finanzielle Unterstützung aus dem Solidaritätssparbrief wird unter anderem für die Unterkunft, georgische Mitarbeiter, Transport sowie für Materialien wie Gymnastikmatten gebraucht. Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie bei der Diakonie Sachsen, Radebeul, Marius Zippe.
Fon 0351 - 8315129, E-Mail: marius.zippe@diakonie-sachsen.de.

Auch Direktspenden sind unter dem Kennwort „Georgien/Lagodechi“ willkommen:
Diakonie Sachsen
IBAN DE39 3506 0190 1600 3010 35

Sparbrief zeichnen

Sie möchten mitmachen und behinderte Kinder in Georgien unterstützen? Zeichnen Sie jetzt den Solidaritätssparbrief. Mit der Zeichnung ist die Erklärung verbunden, zugunsten der Projektarbeit des Diakonischen Werks der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens e.V. auf die Zinsen zu verzichten. Alle Anleger erhalten über den gespendeten Zinsertrag eine Spendenquittung. Die Laufzeit beträgt 4 Jahre bei einer Mindestanlage von 500 Euro, der Zinssatz liegt aktuell bei 0,4 %.