(01.07.2016) Stiftung Eben-Ezer: Leben in Vielfalt

Wir finanzieren, was wirklich wichtig ist.

Lemgo. Sägen, hämmern und bohren. Sortieren, konfektionieren und weben. Die Aufgaben bei eeWerk sind vielfältig. Rund 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdienen ihr tägliches Brot in den Werkstätten der Stiftung Eben-Ezer in Lemgo. Ein Ergänzungsneubau fasst alte Standorte zusammen und bietet mehr Komfort und Bewegungsfreiheit, auch für Menschen mit schwersten Einschränkungen.

Mittwoch, 10 Uhr, Frühstückszeit bei eeWerk. Rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schlendern durch die große Eingangs- und Pausenhalle. Neugierig gehen die eeWerker auf die ankommenden Gäste von der Bank für Kirche und Diakonie zu. Besonders die Ausrüstung des Fotografen zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Die Bank hat den Ergänzungsneubau von eeWerk finanziert. Nun ist es an der Zeit, einen Einblick in die Arbeit vor Ort zu gewinnen.

Markus Toepffer, Leiter eeWerk, erläutert den Auftrag der Werkstatt: „Arbeiten zu können und Arbeit zu haben ist für jeden Menschen wichtig. Talente, Kraft, Begabung wie auch Grenzen und Einschränkungen sind jedoch unterschiedlich verteilt.“ Hier setzt eeWerk an. Die Arbeitsplätze passen sich den Bedürfnissen und Fähigkeiten des Einzelnen bestmöglich an. Eine zielgerichtete berufliche Förderung eröffnet manchmal sogar die Chance, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. eeWerk bietet berufliche Bildung und entlohnte Arbeitsplätze in den Bereichen Metall- und Holzverarbeitung, Industrie- und Elektromontage, Textil, Hauswirtschaft, Garten- und Landschaftsbau sowie Land- und Forstwirtschaft auf dem Meierhof mit Direktvermarktung.

Neubau für mehr Komfort

Auch Menschen mit schweren oder mehrfachen Behinderungen werden in besonders ausgestatteten Bereichen in lebenspraktischen und handwerklichen Fertigkeiten gefördert. Hierbei kommt dem Ergänzungsneubau eine besondere Bedeutung zu. Das zusätzliche Raumangebot soll mit modernsten technischen Hilfsmitteln, wie frei im Raum bewegliche Lifter, ausgestattet werden, um die Barrierefreiheit zu erhöhen und den Komfort zu verbessern. Daneben bietet es Platz, um bislang in Kellerräume anderer Gebäude ausgelagerte Werkstattgruppen aufzulösen. „Mit der optimierten Produktionsfläche wollen wir die Produktivität steigern und zusätzliche Kapazitäten schaffen“, erklärt Toepffer. Auch ökonomische Aspekte spielen eine Rolle, eine höhere Produktivität schlägt sich auch in der Entlohnung nieder.

Bank für Kirche und Diakonie finanziert

Da für ein Vorhaben wie dieses keine öffentlichen Fördermittel zur Verfügung stehen, hat die Stiftung Eben-Ezer einen Kredit bei der Bank für Kirche und Diakonie beantragt. „Eine wirklich sinnstiftende und auch ökonomisch tragbare Investition“, befand Jens Koch, Direktor bei der Bank für Kirche und Diakonie, und begleitete gern die Finanzierung über 1 Mio. Euro.