90 Jahre

Von der Gründung der LKG Sachsen bis heute

Die Bank für Kirche und Diakonie ist reich an Tradition. Ihre Wurzeln reichen bis in die Anfänge der evangelischen Kirchenbanken zurück. Als genossenschaftliche Selbsthilfeeinrichtung ins Leben gerufen setzt sie sich aus Darlehnsgenossenschaften zusammen, die einst in Dresden, Münster, Magdeburg und Duisburg von bedeutenden Theologen mitgegründet wurden. Die Landeskirchliche Kredit-Genossenschaft Sachsen (LKG) in Dresden gehört heute zur Bank für Kirche und Diakonie und war die erste deutsche evangelische Kirchenbank überhaupt.

Grußwort

Grußwort zum 90-jährigen Bankjubiläum

Manfred Artur Fellisch, Vorstandsvorsitzender der LKG Sachsen bis 2010, Mitglied des Aufsichtsrats der Bank für Kirche und Diakonie bis 2014

Liebe Kundin, lieber Kunde,

es gibt immer einen Grund zum Feiern, sagt der Volksmund. Eine Weisheit, die sicher auch mit einigen Fragezeichen zu versehen ist. Die Freude über Gelungenes, Überstandenes und die Hoffnung auf Zukünftiges dürfte aber bei dem Firmenrückblick auf eine 90-jährige Geschichte Anlass geben, froh und dankbar zu sein. Als Christen wissen wir, dass alle unsere Mühe und die der Vorgänger nichts gebracht hätte, wenn unsere Arbeit nur auf eigenem Willen aufgebaut wäre. Gottes Segen und die Gemeinschaft der Kirchen sind die Grundvoraussetzungen unseres Tuns. Diese Wahrheit wird auch in Zukunft ihre Gültigkeit behalten!

Die Verantwortungsträger, welche die Grundsteine des heutigen evangelischen Bankenwesens legten, konnten vielen Problemen nicht ausweichen, die eine solche Gründung mit sich brachte. Sie haben mit erstaunlicher Klarheit an den verschiedensten Standorten in Deutschland gesehen, dass das genossenschaftliche Prinzip die beste, vielleicht einzige Möglichkeit ist, mit anvertrauten Geldern im Sinne einer Gemeinschaft von evangelischen Christen verantwortungsvoll umzugehen. Eine Erkenntnis, der wir uns gerade heute in dieser Zeit, die hauptsächlich auf Gewinnmaximierung auf allen Ebenen aus ist, auch immer wieder stellen sollten. Wir wären als Institut überflüssig, wenn wir mit unserem Tun dem Gesamtgebilde Kirche mit all seinen Einrichtungen keinen Nutzen, keinen Gewinn, hier im weitesten Sinne gemeint, bringen würden. Wir wären verantwortungslos, wenn wir dies, wie manche weltliche Institute, um jeden Preis erreichen wollten. Das schließt für uns nicht aus, intern neue Wege zu gehen, andere Präsentationsformen zu prüfen, eine optimale Struktur der Arbeit zu organisieren, also mit den Entwicklungen der Zeit verantwortungsvoll mitzugehen. All dies sollte aber immer unter der Voraussetzung geschehen, dass wir wissen, dass unser Auftrag ist, Geld nie als Selbstzweck, sondern als notwendiges Mittel zur Ermöglichung der Arbeit derer zu sehen, die es uns anvertraut haben. Die Gründer unseres Instituts haben dies mit Weitsicht erkannt.

(...)

Ihr
Manfred Artur Fellisch

Unsere Geschichte

Vor 90 Jahren entstand die erste evangelische Kirchenbank in Dresden

Hugo Hickmann, Mitbegründer der Landeskirchlichen Kredit-Genossenschaft Sachsen (LKG)

Hickmann und die Gründung der LKG
Begonnen hatte die Geschichte der „Landeskirchlichen Kredit-Genossenschaft Sachsen eG“ (LKG) in den 1920er-Jahren. Nach dem Ersten Weltkrieg setzten Kriegslasten und Reparationszahlungen eine zunehmende Inflation in Gang, die das Vermögen großer Teile der Bevölkerung entwertete. Auch an der Kirche ging diese Entwicklung nicht spurlos vorbei. Kircheneinnahmen wurden
über Nacht praktisch wertlos. Mehrfach trat Zahlungsunfähigkeit ein, sodass sogar die
Führung der sächsischen Landeskirche von Schuldhaft bedroht war.

Eine schwierige Lage – auf dem Gemeindetag 1924 in Grimma setzten sich deswegen die Kirchenverantwortlichen von Sachsen zusammen. Unter der Führung des Vizepräsidenten der evangelisch-lutherischen Landesynode von Sachsen, Hugo Hickmann (1877 bis 1955), entstand die Idee, ein kirchliches Geldinstitut zu gründen. Der Theologe Hickmann besaß damals ein gutes Netzwerk – war er doch auch seit 1922 Mitglied im Sächsischen Landtag. Das Ziel der neuen Bank sollte kirchlicher Selbsthilfe angesichts akuter finanzieller Notlage dienen. In einem Aufruf zum Beitritt der Kirchgemeinden in die „Landeskirchliche Kreditgenossenschaft für Sachsen“ schrieb im August 1925 der Kirchenvorstand: „Die Kreditgenossenschaft hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst alles verfügbare Geld der Kirchgemeinden unseres Landes sowie der sonstigen kirchlichen Körperschaften nun wieder rein kirchlichen Zwecken dienstbar zu machen. […] Alle bei ihr eingelegten Gelder sollen verzinst werden zu einem Satze, der auf dem gewöhnlichen Bankwege meist nicht erreichbar ist.“ Im Sinne der Gemeinnützigkeit sollte nicht der hohe Gewinn in den Mittelpunkt wirtschaftlichen Handels rücken, sondern die Gewährung günstiger Konditionen für die Mitglieder. Die Idee überzeugte. Nur wenige Monate später, am 2. Oktober 1925, gründete Hickmann im Ständehaus Dresden die erste evangelische Kirchenbank in Deutschland – die Landeskirchliche Kredit-Genossenschaft für Sachsen. (...)

Zum ungekürzten Bericht als Pdf-Datei

Spannende Geschichten umranken auch die Gründung der weiteren evangelischen Darlehensgenossenschaften in Münster, Magdeburg und Duisburg. Immer ging es um die Hilfe zur Selbsthilfe.

Foto Hugo Hickmann: © CDU Sachsen

Das sagen unsere Mitglieder und Kunden

Klaus Breyer, Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft

Als Evangelische Kirche von Westfalen engagieren wir uns für eine sozial gerechte, nachhaltige Gesellschaft. Ein wichtiger Partner ist dabei die KD-Bank. Sie setzt mit ihrer an christlichen Werten orientierten Geschäftstätigkeit und transparenten, nachhaltigen Anlagestrategie Maßstäbe - auch für die kirchliche Glaubwürdigkeit. In enger Zusammenarbeit mit unserem Institut führte die KD-Bank sowohl das öko-faire Beschaffungssystem „Zukunft – einkaufen“ als auch das kirchliche Umweltmanagement der „Grüne Hahn“ ein. Meinen herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum und auf gute weitere Zusammenarbeit!

Angelika Weigt-Blätgen, Leitende Pfarrerin, Evangelische Frauenhilfe in Westfalen e.V.

„Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt … spricht: meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.“ Spannt eine Bank Rettungsschirme auf, ist das ihre Aufgabe? Wohl nicht. Aber Regenschirme im Faltformat – hat sie schon einmal verschenkt – auch an mich. Ansonsten steht KD wohl eher für „kundenfreundlich“ und „kompetent“; „dienstleistungsorientiert“ und „diskret“. Bleiben Sie auch in den nächsten 90 Jahren unter dem Schutz und Schirm Gottes behütet. Herzlichen Glückwunsch!

Martina Schaub, Geschäftsführerin, SÜDWIND – Institut für Ökonomie und Ökumene

In den achtziger Jahren warb eine britische Bank bei ihren Kunden damit, eine „listening bank“ zu sein, also eine Bank, die zuhört. Diese Wendung passt sehr gut auf die KD-Bank. Sie hört zu und denkt mit. Diese Erfahrung haben wir als Kunde bei der KD-Bank gemacht, aber auch als Nichtregierungsorganisation, wenn es darum geht, die Bank nachhaltiger zu gestalten und innovative Produkte zu entwickeln. Wir wünschen der KD-Bank alles Gute zu ihrem 90. Geburtstag und freuen uns auf weitere 90 Jahre guter Zusammenarbeit!

Stephan Wilinski, Kaufm. Vorstand Stiftung Herrnhuter Diakonie

Für uns Herrnhuter gehört die KD-Bank zur Familie. Die gemeinsame Sprache und die klare kirchliche
Verortung sind uns genauso wichtig wie die hohe Professionalität, Solidität und Branchenkenntnis in der Sozialwirtschaft. Auf dieser Grundlage sind gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung füreinander in vielen Jahren sehr guter Zusammenarbeit gewachsen. Die KD-Bank versteht es nicht nur Projekte zu ermöglichen, sondern auch Menschen zusammenzubringen. Hierfür möchten wir uns bei Ihnen allen herzlich bedanken. Wir freuen uns auf die gemeinsame Arbeit an Zukunftsprojekten!

Gerhard Nölle, Privatkunde aus Düsseldorf

Am 1. Juni 1965 begann ich meinen Dienst bei der Ev. Kirche im Rheinland und beim Dienstantritt wurde mir im LKA eine Kontoeröffnungsantrag vorgelegt, den ich zu unterschreiben hatte. Die Wahl, mir etwa bei der Sparkasse Düsseldorf oder einer anderen Bank ein Konto zu eröffnen, wurde gar nicht erörtert. Der damalige Bürodirektor Heinrich Dudey ging davon aus, wer im kirchlichen Dienst ist, hat auch ein Konto bei der Kirche zu haben. 40 Jahre später, als ich selbst Verwaltungsdirektor im LKA wurde, war solch ein Ansinnen an neue Mitarbeiter nicht mehr denkbar. Aber wie Sie sehen, ich habe es bis heute nicht bereut, Kunde der KD-Bank zu sein, auch wenn ich jedes Jahr meinen Kundenbetreuer um einen Tischkalender bitten muss, der mich nun schon 50 Jahre begleitet.

Peter Fischer, Privatkunde aus Schönebeck

Ich bin Kunde bei der KD-Bank geworden, weil ich dadurch meine Überweisungen ganz bequem von zu Hause aus erledigen kann – durch das Telefon-Banking. Von Internet und Online-Banking habe ich keine Ahnung. Mit 78 Jahren muss ich mir auch nicht mehr das Gehirn verrenken, um diese neue Technik zu begreifen. Für meine Ansprüche reicht wie vor 50 Jahren das Telefon und die Schreibmaschine. Und für meine Geldgeschäfte reicht das auch. Ich brauche nur Ihre Hotline zu wählen und habe jedesmal einen lebenden Menschen am anderen Ende der Leitung und werde ausgesprochen freundlich und zuvorkommend bedient, wenn es sein muss, auch sehr geduldig. Das macht mir die KD-Bank so sympathisch. Ich bin Ihr Kunde geworden, weil Sie diesen Service anbieten, und ich werde Ihr Kunde bleiben, so lange Sie diesen Service beibehalten.

Das sagen unsere Mitarbeitenden

So sehen die Mitarbeitenden die Bank

Die Bank für Kirche und Diakonie lebt von ihren Mitarbeitenden. In Zufriedenheitsbefragungen loben unsere Kunden immer die besondere Kompetenz, das persönliche Miteinander und die Freundlichkeit. Das Jubiläum haben wir zum Anlass genommen, auch die Mitarbeitenden zu Wort kommen zu lassen. Wir haben vier Kolleginnen und Kollegen stellvertretend befragt.

Uta Jäger, Vermögensbetreuerin in Dresden, Betriebsratsmitglied

Die LKG Sachsen ist die älteste Wurzel der Bank für Kirche und Diakonie und gleichzeitig das jüngste Mitglied in der Familie der Bank für Kirche und Diakonie. Frau Jäger, was merken Sie in Ihrem Arbeitsumfeld davon?
Uta Jäger: Dass wir eine der ältesten Kirchenbanken sind, merkt man, wenn man in die Archive schaut und alte Unterlagen, z. B. Werbematerialien, sichtet. Die alten Gebäude in Dresden, in denen die Bank während ihrer 90-jährigen Geschichte ihren Sitz hatte, zeugen ebenfalls von der Geschichtsträchtigkeit. Die Veränderung hier in Dresden 2010 durch den Zusammenschluss mit der Dortmunder KD-BANK zur Bank für Kirche und Diakonie führten vor allem dazu, dass nicht mehr – wie in einer kleinen Bank erforderlich – jeder alles macht, sondern Spezialisierungen auf  erschiedene Fachbereiche möglich sind. Sicher kann man jetzt nicht mehr alles direkt auf dem kleinen Dienstweg mit dem Vorgesetzten klären, sondern muss andere einbeziehen. Nach inzwischen viereinhalb Jahren haben wir Dresdner Kollegen uns aber daran gewöhnt und arbeiten standortübergreifend mit den Kollegen anderer Teams zusammen.

Frau Jäger: Wie wichtig ist Ihren Kunden die Tradition der LKG Sachsen?

Uta Jäger: Die Vertrauensbasis ist ein Plus, das wir gegenüber anderen Banken genießen. Wir können objektiv und individuell beraten und betreiben keinen Produktverkauf. Das ist ein hohes Gut in der heutigen Bankenlandschaft. Dies war damals auch ein Grund für mich, zur LKG Sachsen zu wechseln. Ganz besonders finde ich auch, dass viele Kunden genau wissen, wann sie ihr Konto bei uns eröffnet haben und wie stolz sie darauf sind. Unsere „Andersartigkeit und Exklusivität“ zu erhalten, ist für unser Geschäftsmodell sehr wichtig. Hierzu zählt für mich neben der persönlichen Betreuung vor Ort auch der nachhaltige Umgang mit den Kundengeldern, den wir in unserem Nachhaltigkeitsfilter manifestiert haben. Auch unsere Spezialisierung auf kirchliche und diakonische Kunden trägt dazu bei.

Thomas Voorgang IT-Organisation in Dortmund, Betriebsratsvorsitzender

Herr Voorgang, Sie vertreten als Betriebsratsvorsitzender die Interessen der Mitarbeitenden. Wie wird die Tradition in der Bank gepflegt?
Thomas Voorgang: Das Vertrauen zwischen Vorstand und Betriebsrat gründet sich auf die christlichen Wurzeln und Werte der Bank, genauso wie das Vertrauen zwischen Bank und Kunden. Wir arbeiten mit daraus abgeleiteten Leitlinien und Führungsgrundsätzen. Diese geben uns den Rahmen, in dem sich Vorstand und Betriebsrat begegnen und gemeinsam die Tradition der Bank pflegen und weiterentwickeln.

Herr Voorgang, wie sieht im Betriebsrat die Zusammenarbeit über die Standorte hinweg in der Praxis aus? Wo sehen Sie wichtige Aufgaben für die Zukunft?
Thomas Voorgang: Der Betriebsrat setzt sich aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der verschiedenen Standorte zusammen. Durch diese heterogene Mischung werden viele verschiedene Aspekte in unserer Arbeit berücksichtigt. Neben dem persönlichen Kontakt innerhalb des Betriebsrats kommt aber auch dem Einsatz verschiedenster Kommunikationswege eine hohe Bedeutung zu. Der Bereich der Informationstechnologie wird zunehzunehmend auch in den Themen der Betriebsratsarbeit wichtiger: Die Möglichkeiten flexibler Arbeitszeit- und Arbeitsplatzmodelle, aber auch die Gefahr gläserner Mitarbeiter beschäftigen uns. Der Erhalt der guten sozialen Leistungen ist uns ebenfalls ein Anliegen. Hierauf richten wir unser Augenmerk neben den üblichen persönlichen Angelegenheiten, wie Neueinstellungen und Versetzungen. Da die Fluktuation in unserer Bank sehr gering ist, fällt für uns in diesem Bereich aber weniger Arbeit an als in anderen Banken oder Unternehmen.

Carina Königsfeld, Betreuerin Kirche Westfalen-Lippe-Leer, Dortmund

Frau Königsfeld, Sie sind als junge Mitarbeiterin aus dem Förderprogramm der Bank in vielen Teams der Bank aktiv gewesen und sind jetzt in die Betreuung der kirchlichen Kunden im Bereich Westfalen-Lippe-Leer gewechselt. Was macht es für Sie aus, bei der Bank für Kirche und Diakonie zu arbeiten?
Carina Königsfeld: Vor zehn Jahren habe ich die Ausbildung hier im Haus begonnen. Damals war mir die spezielle Ausrichtung der Bank gar nicht so bewusst. Ich finde unsere Kunden interessant und schätze den besonders persönlichen Umgang und die lange, zum Teil sogar innige Bindung. Das gibt es bei anderen Geschäftsbanken eher nicht, weiß ich von Ausbildungs- und Seminarkollegen. Die Arbeit hier ist für mich etwas ganz besonderes, deshalb habe ich mich auch für ein berufsbegleitendes Studium entschieden, um einfach den Fuß in der Tür zu halten. Die Bank hat mich bei meinen beruflichen Zielen immer sehr gefördert, das weiß ich heute sehr zu schätzen. Auch das Betriebsklima ist sehr angenehm, ich habe mich von Anfang an sehr gut angenommen gefühlt.

Frau Königsfeld, die Bankenwelt ist im Umbruch: Negativzinsen, Regulierungsdruck, Dokumentationspflichten. Was lässt Sie hoffen, dass Sie zum 100-jährigen Jubiläum im Jahr 2025 Ihren Beruf noch gerne ausüben?
Carina Königsfeld: Es ist enorm, was sich allein in den letzten zehn Jahren getan hat. Früher reichte oft noch ein Handzettel aus, um Informationen weiterzugeben. Heute sind häufig komplizierte Formulare und Dokumentationen erforderlich. Die Folgen der Finanzkrise und die neuen verschärften europäischen Regulierungsvorschriften für Banken, auch für solche mittelständischen wie uns, die die Finanzkrise nicht verursacht haben, erschweren unser eigentliches Beratungsgeschäft. Was aber im Vordergrund steht, ist der Kontakt zu den Kunden. Ich denke, diesen pflegen wir nun schon seit vielen Jahrzehnten, das wird auch die Zukunftsmusik sein. Das macht mir heute Freude und wird es sicher auch in Zukunft tun.

Konrad Matyba, Direktor Kirche und Diakonie Berlin

Herr Matyba, Sie haben 1972 Ihre Lehre zum Bankkaufmann begonnen und gehören zu den Mitarbeitern, die am längsten bei der Bank für Kirche und Diakonie beschäftigt sind. Was hat sich in der Zeit verändert?
Konrad Matyba: Alles. Es gab noch keine Computer! Der Sitz war ein anderer, die Menschen auch. Begonnen habe ich quasi mit Schreibmaschine, Kohlepapier und Telefon. Riesige Maschinen verarbeiteten mechanisch lärmend haufenweise Belege. Unser Arbeitsraum war während eines Umbaus zum Teil die angrenzende Wohnung. Aus heutiger Sicht genauso provisorisch wie undenkbar, aber es hat funktioniert.

Herr Matyba, die Bank sieht in diesem Jahr nicht nur auf ihr 90-jähriges Bestehen, sondern auch auf das 25-jährige Jubiläum der Filiale in Berlin zurück. Woran denken Sie, wenn Sie die Bilder von der Wiedervereinigung sehen?
Konrad Matyba: Ich denke an die „wilden“ Anfangszeiten, die wir ab 1990 in Berlin und in Magdeburg hatten. Ich kam von der Bank für Kirche und Diakonie (BKD) Duisburg, einer Bank ohne Filialen in festen westlichen Strukturen. Die Provinzialkirchliche Spar- und Darlehnsgenossenschaft für die Kirchenprovinz Sachsen sollte Partnerin für eine Berliner Neugründung der BKD werden. Es war ein Abtauchen in eine neue, völlig andere Bankenwelt. Ein Riesenstrauß von heftigen Eindrücken und Herausforderungen, aber auch viele Gestaltungsmöglichkeiten, die die zum Teil fehlenden Rahmenbedingungen ermöglichten, erwarteten mich. Praktisch war es so, dass wir tagsüber mit einem großen Koffer voller Formulare bei den Kunden beraten haben und abends bis in die Nacht hinein gebucht und „Bank gemacht“ haben. Im Bonhoefferhaus, in dem wir ja bis heute untergebracht sind, entstand eine regelrechte Klausuratmosphäre für uns Pendler. Nachdem der Rechtsmantel für die BKD in Berlin geschaffen war, haben wir hier vor Ort nahezu alles gemacht, von der Vorstandssitzung, über die Mindestreservemeldung an die Bundesbank bis hin zum Erstellen der Konditionsübersicht. Etliche Kollegen aus Duisburg haben zeitweise hier mitgearbeitet und den Aufbau gestemmt.

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