Unser Nachhaltigkeitsfilter

Die Bank für Kirche und Diakonie hat einen Filter für die Eigenanlagen der Bank (Depot A) konzipiert, um den verantwortungsbewussten Umgang mit den anvertrauten Vermögenswerten unserer Mitglieder und Kunden zu systematisieren und dokumentieren. Ziel ist es, nachhaltige Aspekte bei der Geldanlage gleichberechtigt zu den „klassischen“ Zielen der Vermögensanlage: Rendite, Sicherheit und Liquidität zu berücksichtigen. Bei der Definition der Ausschlusskriterien orientieren wir uns an den Zielen des konziliaren Prozesses, der auf der Vollversammlung des Weltkirchenrates in Vancouver 1983 in Gang gebracht wurde und eine gemeinsame Verpflichtung der Weltkirchen auf Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung beinhaltet. Die Grundkonzeption des Filters erfolgte 2007 in Zusammenarbeit mit dem Südwind-Institut für Ökonomie und Ökumene.

Bei der Ausgestaltung unserer Prozesse und Dienstleistungen, insbesondere bei der Steuerung der Eigenanlagen, der Beratung unserer Kunden bei Wertpapiergeschäften und unserem Kreditgeschäft orientieren wir uns an nationalen und internatonalen Standards, wie beispielsweise den 10 Prinzipien des UN Global Compact, den UN Principles of Responsible Investments und dem Leitfaden für ethisch-nachhaltige Geldanlagen der EKD.

www.globalcompact.de/de/ueber-uns/Dokumente-Ueber-uns/DIE-ZEHN-PRINZIPIEN-1.pdf
www.unpri.org/about-pri/the-six-principles/?mealingua_lang_id=17
www.ekd.de/download/ekd_texte_113_2013.pdf

Zur die Umsetzung dieser Standards setzen wir u.a. den Corporate Governance-Kodex für Genossenschaften und den Nachhaltigkeitsfilter der Bank ein, dessen Einhaltung jährlich durch eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft überprüft wird. Von einer Unterzeichnung der UN Global Compact und der UN Principles of Responsible Investments, die wir nach unserer Auffassung voll umfänglich erfüllen, haben wir bisher wegen der relativ hohen Kosten und der zusätzlichen umfangreichen Berichterstattungspflichten abgesehen.

Konzeption des Nachhaltigkeitsfilters

Die Bank kombiniert mit ihrem KD-Nachhaltigkeitsfilter einen sogenannten Best-in-Class-Ansatz mit Ausschlusskriterien. Das Best-in-Class-Prinzip sorgt dafür, in die Unternehmen zu investieren, die sich innerhalb ihrer Branche ethisch vorbildlich verhalten. An Unternehmen aus Branchen, die als besonders kritisch angesehen werden, stellt der Filter erhöhte Ansprüche. Die Ausschlusskriterien sorgen dafür, dass die Bank in bestimmte Unternehmen und Länder gar nicht investiert.

Auswahl von Unternehmen

Bei der Auswahl geeigneter Unternehmen kombinieren wir Ausschlusskriterien mit dem sogenannten Best-in-Class-Prinzip, um in die Unternehmen zu investieren, die sich innerhalb einer Branche vorbildlich verhalten. An Unternehmen aus Branchen, die als besonders kritisch angesehen werden, werden beim Best-in-Class-Prinzip höhere Anforderungen gestellt. Das „oekom Corporate Rating“ bewertet die Sozialverträglichkeit und die Umweltverträglichkeit von Unternehmen auf Basis definierter Kriterien. Die Einschätzung sagt jedoch nichts über die ökonomische Situation und die Perspektiven des Unternehmens. Diesen Aspekt betrachten wir bei der Steuerung unserer Eigenanlagen in einem separaten Prozess.

Positiv-Kriterien für Unternehmen
Die Beurteilung der sozialen und ökologischen Performance eines Unternehmens im Rahmen des „oekom Corporate Rating“ erfolgt anhand von über 100 branchenspezifisch ausgewählten sozialen und ökologischen Kriterien in sechs Bereichen:

  • Mitarbeiter und Zulieferer
  • Gesellschaft und Verantwortung
  • Corporate Governance und Wirtschaftsethik
  • Umweltmanagement
  • Produkte und Dienstleistungen
  • Öko-Effizienz

 

Ausschlusskriterien für Unternehmen
Der Verstoß gegen ein Ausschlusskriterium führt unabhängig von der Best-in-Class-Einschätzung des Unternehmens zu einem Ausschluss. Für folgende kontroverse Themenfelder haben wir Ausschlusskriterien definiert:

  • Alkohol
  • Atomenergie
  • Embryonenforschung
  • Grüne Gentechnik
  • Pornografie
  • Rüstungsgüter
  • Arbeitsrechte
  • Kinderarbeit
  • Tabak
  • Menschenrechte
  • Tierversuche
  • Kontroverses Umweltverhalten

 

Wenn ein Kriterium nicht als Ausschlusskriterium definiert wurde, heißt das nicht, dass es im Rahmen des KD-Bank-Nachhaltigkeitsfilters nicht berücksichtigt wird. Bei der Best-in-Class-Einschätzung kommen beim Unternehmensrating und beim Länderrating die beschriebenen umfassenden Kriterien zur Anwendung. Die genaue Definition der Kriterien und die Wirkungsweise auf das Portfolio der Bank für Kirche und Diakonie haben wir in der Broschüre "Verantwortungsvoll investieren - Der Nachhaltigkeitsfilter der Bank für Kirche und Diakonie" ausführlich beschrieben.

Auswahl von Staaten

Wie bei Aktien und Unternehmensanleihen gewinnt die Berücksichtigung sozialer und ökologischer Kriterien auch beim Kauf von Staatsanleihen zunehmend an Bedeutung. Für die Bewertung von Ländern setzt oekom research ein vergleichbares Konzept ein, das Länderrating setzt sich ebenfalls aus den zwei grundlegenden Bestandteilen, dem „Umwelt (Environmental) Rating“ und dem „Social Rating“, also dem Rating der sozialen Dimension, zusammen. oekom research hat bereits im Jahr 2001 ein Länderrating entwickelt, das die Nachhaltigkeitsleistung von Staaten auf der Basis von rund 150 Einzelkriterien bewertet. In deutlich mehr als der Hälfte der von oekom research betreuten Mandate werden die Länderratings heute für Anlageentscheidungen genutzt.

Kriterien für die Auswahl von Staaten                                                                              In Zusammenarbeit mit Experten aus Wissenschaft und Forschung hat oekom research 150 Indikatoren für das oekom Country Rating identifiziert. Mit ihrer Hilfe werden die institutionellen Rahmenbedingungen und die Performance eines Landes in sechs sozialen und ökologischen Bereichen bewertet:

  • Soziale Aspekte (Gewichtung 50 Prozent):
    • Institutionen & Politik
    • Sozialbedingungen
    • Infrastruktur
  • Umweltaspekte (Gewichtung 50 Prozent):
    • Institutionen & Politik
    • Umweltbestand
    • Umweltbelastungen

 

Ausschlusskriterien für Staaten                                                                                     Der Verstoß gegen ein Ausschlusskriterium führt unabhängig vom Länderrating zu einem Ausschluss. Für folgende kontroverse Themenfelder haben wir Ausschlusskriterien definiert:

  • Autoritäre Regime
  • Geldwäsche
  • Kinderarbeit
  • Klimaschutz
  • Korruption
  • Menschenrechte, Arbeitsrechte, Religionsfreiheit, Vereinigungsfreiheit, Pressefreiheit
  • Rüstungsbudget über 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, Atomwaffen
  • Vollzug der Todesstrafe

Wenn ein Kriterium nicht als Ausschlusskriterium definiert wurde, heißt das nicht, dass es im Rahmen des KD-Bank-Nachhaltigkeitsfilters nicht berücksichtigt wird. Bei der Best-in-Class-Einschätzung kommen beim Unternehmensrating und beim Länderrating die beschriebenen umfassenden Kriterien zur Anwendung. Die genaue Definition der Kriterien und die Wirkungsweise auf das Portfolio der Bank für Kirche und Diakonie haben wir in der Broschüre "Verantwortungsvoll investieren - Der Nachhaltigkeitsfilter der Bank für Kirche und Diakonie" ausführlich beschrieben.

Aktiver Wertpapierbesitz

Durch gezielte Investitionen sollen Teilnehmer am Kapitalmarkt, die im Sinne der Kriterien des Nachhaltigkeitsfilters der Bank für Kirche und Diakonie handeln, aktiv unterstützt werden. Eine zweite Option, die Investoren offensteht, um das Verantwortungsbewusstsein der Teilnehmer am Kapitalmarkt zu schärfen, ist die aktive Einflussnahme, das Engagement. Hierfür haben wir gemeinsam mit der Union Investment und großen kirchlichen Investoren einen professionellen Prozess implementiert. Der Engagement-Prozess beinhaltet die Stimmrechtsausübung im Rahmen von Hauptversammlungen (Vote) und die gezielte Ansprache der Unternehmensführung (Voice).

Jährliche Überprüfung des Nachhaltigkeitsfilters

Wir überprüfen quartalsweise die Depot A-Bestände auf die Erfüllung der Kriterien des Nachhaltigkeitsfilters. Die Überprüfung wird dokumentiert.

Wenn ein Wertpapier aus dem Bestand den Kriterien des KD-Nachhaltigkeitsfilters nicht entspricht, entscheidet der Anlageausschuss der Bank für Kirche und Diakonie im Einzelfall und in Abhängigkeit von der Wertpapierart, welche Maßnahmen zu treffen sind.

Als Maßnahmen sind möglich:

  • sofortiger Verkauf des Bestands,
  • sukzessiver Abbau des Bestands,
  • halten des Bestands bis zum Ende der Laufzeit
  • sowie aktive Einflussnahme.

Die Umsetzung der Maßnahmen wird durch die Bank für Kirche und Diakonie dokumentiert. Eine Aufstockung der Bestände von Wertpapieren, die den Kriterien des KD-Nachhaltigkeitsfilters nicht entsprechen, ist ausgeschlossen. Neben diesen internen Maßnahmen wird die Einhaltung der in der Broschüre "Verantwortungsvoll investieren - Der Nachhaltigkeitsfilter der Bank für Kirche und Diakonie" beschriebenen Anlagekriterien jährlich durch RW-Audit Wirtschaftsprüfungsgesellschaft überwacht.

Umsetzung der im Rahmen des Fair Finance Guides erhobenen Kriterien in der oekom research Ratingsystematik

Die Bank für Kirche und Diakonie eG - KD-Bank hält die Einhaltung von gesetzlichen Regelungen und internationalen Vereinbarungen, wie zum Beispiel UN Konventionen, wie sie im Fair Finance Guide beschrieben sind, für einen wesentlichen Baustein des ethisch-nachhaltigen Investierens. Die Tabelle verdeutlicht die Umsetzung der Kriterien des Fair Finance Guides im Rahmen der oekom research Ratingsystematik, die von der Bank für Kirche und Diakonie für die Steuerung der Eigenanlagen, die Beratung der Kunden und das Asset Management (im Bereich der Vermittlung von Vermögensverwaltungs- und Spezialfondsmandaten) zu Einsatz kommt. Dieser Anspruch gilt auch uneingeschränkt für das Kreditgeschäft. Weil das Kreditgeschäft der Bank für Kirche und Diakonie per Satzung auf Kunden des kirchlich-diakonischen Umfelds beschränkt ist und die Bank keine Kredite an Unternehmen vergibt, die in kontroversen Geschäftsfeldern des Fair Finance Guides aktiv sind, haben wir anders als bei der Steuerung der Eigenanlagen und der Beratung der Kunden im Wertpapiergeschäft bzw. dem Asset Management (im Bereich der Vermittlung von Vermögensverwaltungs- und Spezialfondsmandaten) keinen spezifischen Prozess für die Überprüfung der Einhaltung der Kriterien des Fair Finance Guides durch die Evangelische Kirche und diakonische Einrichtungen implementiert, sondern würden im Einzelfall, wenn uns Kontroversen bekannt werden, reagieren und diese im Rahmen unserer Kundenverbindung bzw. bei der Kreditvergabe ansprechen und die Einhaltung der Kriterien einfordern. Da der Fair Finance Guide ausschließlich in englischer Sprache erhoben wird, bitten wir um Verständnis, dass wir die Gegenüberstellung nur in englischer Sprache zur Verfügung stellen können. Die Überschriften und die Sortierung entsprechen den Untersuchungsfeldern des Fair Finance Guides.
 

Unsere Partner

oekom research

Die oekom research AG aus München liefert Ratings von Unternehmen und Ländern, die für eine Einschätzung der Nachhaltigkeit Grundvoraussetzung sind. Diese verwendet die Bank für Kirche und Diakonie dazu, um ein investierbares Universum zu definieren. Informationen über unseren Partner finden Sie unter www.oekom-research.com

SÜDWIND e.V. – Institut für Ökonomie und Ökumene

Frau Antje Schneeweiß vom SÜDWIND Institut für Ökonomie und Ökumene hat die Bank für Kirche und Diakonie bei der Auswahl der Researchagentur und der Grobkonzeption des Filters in einem kritischen Dialog begleitet und unterstützt. Informationen über unseren Partner finden Sie unter www.suedwind-institut.de

RW Audit GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Die RW Audit GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wird regelmäßig prüfen, ob die Bank für Kirche und Diakonie die definierten Regularien bei der Steuerung der Eigenanlagen einhält. Informationen über unseren Partner finden Sie unter www.rw-audit.de

Union Investment

Gemeinsam mit der Union Investment und großen kirchlichen Investoren hat die Bank für Kirche und Diakonie einen professionellen Engagement-Prozess für die aktive Wahrung der Aktionärsrechte implementiert. Informationen über unseren Partner finden Sie unter www.union-investment.de

Arbeitskreis Kirchlicher Investoren der EKD (AKI)

Die Bank für Kirche und Diakonie ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Kirchlicher Investoren der EKD (AKI). Bei der Gestaltung des Nachhaltigkeitsfilters und unserer Engagementprozesse orientieren wir uns am „Leitfaden für ethisch nachhaltige Geldanlagen in der evangelischen Kirche“, der vom AKI erarbeitet und weiterentwickelt wird. Darüber hinaus sehen wir es als unsere Rolle an, den Leitfaden in der Beratung unserer kirchlichen Kunden einzusetzen und unseren Kundinnen und Kunden geeignete Produkte anzubieten. Informationen finden Sie unter: www.aki-ekd.de

So profitieren unsere Kunden

Alle Kundinnen und Kunden, die ihr Geld bei der Bank für Kirche und Diakonie anlegen, profitieren automatisch vom Nachhaltigkeitsfilter der Bank für Kirche und Diakonie: Sie können sicher sein, dass wir das Geld verantwortungsbewusst, mit nachvollziehbaren nachhaltigen Kriterien anlegen und dies jährlich durch eine anerkannte neutrale Institition, der RW Audit Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, überprüfen lassen.

Zusätzlicher Nutzen für unsere Depotkunden

Auch bei der Auswahl von Aktien oder festverzinslichen Wertpapieren für das persönliche Depot beraten wir unsere Kunden nicht nur nach ökonomischen Kriterien, sondern gleichzeitig im Hinblick auf nachhaltige Aspekte. Für unsere Spezialfonds- und Vermögensverwaltungskunden bieten wir eine einfache und preisgünstige Möglichkeit, den KD-Nachhaltigkeitsfilter einzusetzen.