Hotel Grenzfall

Ihr Geld schafft Werte

Berlin. Nicht nur aufgrund seiner Nähe zur ehemaligen Mauer ist der Name Grenzfall für das Hotel an der Ackerstraße so passend. Im täglichen Miteinander von Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen sollen Grenzen fallen. 26 Menschen mit Handicap haben hier, jenseits der Behindertenwerkstatt, nicht nur eine Arbeit, sondern auch Anerkennung gefunden.

Bereits nach zwei Jahren schreibt das neue Haus schwarze Zahlen, ein besonderer Erfolg. Die meisten Mitarbeitenden sind schon von Beginn an dabei und machen ihre Arbeit mit Stolz. Der tarifliche Lohn unterstreicht ihre Leistungen.

Die Finanzierung des Umbaus des ehemaligen Altenwohnheims zum Hotel gestaltete sich zunächst schwierig, die meisten Banken und Finanzvermittler wollten oder konnten aufgrund der Bankenkrise die ungewöhnliche Idee nicht unterstützen. Hier wiederholt sich Geschichte: Zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er-Jahre war es unter anderem Pastor Martin Niemöller im westfälischen Münster, der keine Gelder für die Finanzierung einer Kindertagesstätte bei den Banken und Sparkassen bekam. Er gründete infolgedessen eine evangelische Darlehensgenossenschaft in Münster, ein Vorläuferinstitut der heutigen Bank für Kirche und Diakonie. Eine Bank gründen musste Geschäftsführer Reinhardt Burghardt nicht mehr: Bei der Bank für Kirche und Diakonie traf er auf offene Ohren. Sie war das einzige Haus, das bereit war, sich mit dem Konzept ernsthaft auseinanderzusetzen.

Reinhardt Burghardt, Geschäftsführer des Hotels Grenzfall

„Gerade weil anfangs einige Widerstände zu überwinden waren, bin ich heute stolz, dass es uns gelungen ist, dieses besondere Hotel hier auf die Beine zu stellen“, so Reinhardt Burghardt heute im Rückblick auf zwei Jahre Hotel Grenzfall.






„Uns hat die Idee damals überzeugt“, erinnert sich Brigitte Krause, Betreuerin bei der Bank für Kirche und Diakonie. „Die Rahmenbedingungen waren solide. So konnten wir das tolle Projekt befürworten.“ Ein Mix aus Bankdarlehen und Mitteln aus dem Programm „Sozial Investieren“ der KfW sowie Gelder des Integrationsamts haben die Realisierung des ersten Integrationshotels in Berlin möglich gemacht.