Diakonie Flöha

„Daheim ist, wo man verstanden wird“

Acht Frauen und vier Männer sind Mitte September 2014 in die „Alte Schule“ eingezogen. Seitdem bilden sie eine kleine Wohngemeinschaft. Für einige Senioren ist der Ort nicht neu, sie haben genau hier vor vielen Jahren bereits die Schulbank gedrückt.

Zentral und ländlich

2011 fiel die Entscheidung, am Standort der ehemaligen Schule in Grünhainichen neu zu bauen. Dafür sprach auch die zentrale Lage: Geschäfte und Kirche sind erreichbar, direkt gegenüber lädt das gemütliche Eiscafé „Richter“ zum Verweilen ein.

Hier soll die Vision eines Hauses real werden, in dem alte und insbesondere auch demenziell erkrankte Menschen aus dem ländlichen Raum erfüllt leben können. Im Zentrum steht der biografieorientierte Ansatz von Pflege und Betreuung, der die Lebenswirklichkeit der Bewohner berücksichtigt.

Hausgemeinschafts-Prinzip

Entstanden ist ein neues Pflegeheim im Hausgemeinschafts-Prinzip. Das Haus bietet Platz für vier Wohngemeinschaften mit je zwölf Menschen. Es gibt ausschließlich Einzelzimmer, vorwiegend mit eigenem Bad. Der Tagesablauf soll sich an den Gewohnheiten der Bewohner orientieren, hierzu zählen insbesondere individuelle Schlafenszeiten. Es gibt keinen zentralen Versorgungsbereich. In jeder Wohngemeinschaft bereitet eine Präsenzkraft die Mahlzeiten zu – nach Möglichkeit gemeinsam mit den Bewohnern.

Im kommenden Jahr steht die Anlage des Außenbereichs und des Gartens, u.a. mit Nutzpflanzen, auf dem Plan. Sogar Kaninchen sollen gehalten werden. Die Bewohner sollen ihr ländliches Leben so gewohnt wie möglich weiterführen können.

Anna-Dorothea Roch leitet seit 1985 die Diakonie Flöha der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens im Kirchenbezirk Marienberg.  Sie ist Mitglied der Kirchgemeindevertretung Radeberg und des Kinovereins Buena Vista in Radeberg.

Günstige Finanzierung

Mit einem Kredit über die Bank für Kirche und Diakonie – LKG Sachsen errichtete die Diakonie Flöha den Neubau. Bankbetreuer Stefan Kroker ging den neuen Weg mit, beriet und begleitete die Diakonie Flöha bei der Finanzierung des neuen Konzeptes. „Sein Verständnis für die vielfältigen und teilweise neuen Anforderungen bestätigte unsere guten Erfahrungen mit der Bank“, erinnert sich Anna-Dorothea Roch, Geschäftsführerin in Flöha. Die Gesamtinvestitionssumme von rund 4,5 Millionen Euro setzt sich aus einem Mix aus Eigenkapital und zinsvergünstigten Förderkrediten der KfW Förderbank zusammen. 300.000 Euro kamen über die Stiftung Deutsches Hilfswerk von der ARD Fernsehlotterie für das neue Hausgemeinschaftsprinzip hinzu.

Positive Erfahrungen

Heimleiterin Christine Hübner ist zuversichtlich: „Die ersten Erfahrungen in der Wohngruppe sind positiv. Jeder bringt sich ein, so gut er kann. Auch meine beinahe erblindete Schwiegermutter wohnt nun hier und profitiert von den seniorengerechten und barrierearmen Räumlichkeiten. Sie ist hier freier als in ihrer alten Wohnung im 3. Stock.“ Andrea Nitzsche, Pflegedienstleiterin in Grünhainichen, ergänzt: „Am wichtigsten ist doch, dass jeder sich verstanden und angenommen fühlt. Dafür haben wir in der ‚Alten Schule‘ gute Voraussetzungen geschaffen und freuen uns auf die neuen Erfahrungen.“