Kirchenkreis Düsseldorf

Erkennbar, einladend, anziehend

Zukunft ist das große Thema im Kirchenkreis Düsseldorf. Die Aufgabe der Gemeinden und des Kirchenkreises ist klar umrissen: Die evangelische Kirche soll auch 2030 profiliert in der Stadt präsent sein.

Kirchenkreis-Geschäftsführer Frank Küpper arbeitet im Beirat der Bank für Kirche und Diakonie mit.

Den Weg in die Zukunft gestaltet der Kirchenkreis mit seinem Prozess „zukunft kirche“. Das Ziel: Eine erkennbare, einladende und attraktive Kirche bietet Menschen unterschiedlicher Milieus Raum für ihren Glauben, ihre Lebensfragen und ihr Engagement.

„zukunft kirche“ fragt, wie die heute 23 Kirchengemeinden und die kreiskirchlichen Dienste ihre Aufgaben auch 2030 gemeinsam erfüllen können. Dabei geht es sowohl um Konzentration von Ressourcen und Angeboten an zukünftig wichtigen Standorten als auch um die Entdeckung und Profilierung von kirchlichen Orten in Kooperation mit anderen.

Im Zusammenhang mit der Frage nach der Zukunft haben die Düsseldorfer Kirchengemeinden bereits vor einigen Jahren die gemeindlichen Kindertagesstätten an ihre Diakonie übertragen. So konnten diese Standorte gesichert werden und gleichzeitig die religionspädagogische Arbeit im Elementarbereich als konzeptioneller Schwerpunkt der Gemeinden erhalten bleiben. Auch andere gemeindliche Arbeitsfelder, wie z. B. die Kirchenmusik oder die Seniorenarbeit, werden zunehmend in größeren Kooperationsräumen verantwortet.

Innovationsfonds: Hörbibel aufgenommen

Die evangelische Kirche in Düsseldorf hat zudem in den vergangenen drei Jahren rund 150.000 Euro für sogenannte innovative Projekte ausgegeben – da gab es Mittel für die Stadtteilentwicklung in Vennhausen genauso wie für die Jugendkirche oder – wie in Derendorf – für besondere Gottesdienste, mit denen zum sogenannten „chill out“ nach der Arbeit eingeladen wurde. Jüngstes Projekt, das aus dem Innovationsfonds des Kirchenkreises mit 3.100 Euro gefördert wurde: die Produktion einer Hörbibel.

Bewohner mit und ohne Handicaps, die in der Graf-Recke- Stiftung leben, haben im Tonstudio Bibeltexte eingesprochen: Jugendliche, Konfirmanden, Senioren aus dem Altenheim Walter-Kobold-Haus. Die Idee stammt von Dietmar Redeker, Pfarrer des Düsseldorfer Kirchenkreises in der Kirchengemeinde Kaiserswerth mit dem besonderen Dienstort in der Graf-Recke-Stiftung. Dort ist er als Pfarrer in den Schulen und im Altenheim der Stiftung in Düsseldorfs Norden unterwegs und hält auch den Konfirmandenunterricht. „Neu ist, dass Bewohner eine Hörbibel-CD nicht nur konsumieren, sondern selber produzieren“, erklärt Redeker das Projekt. Auch das Booklet zur CD haben die Bewohner und Konfirmanden entworfen. Experimentell ist hier etwas probiert worden, das es so noch nicht im Kirchenkreis gibt.

Sozialer Wohnungsbau im Stadtteil Garath

Wer Innovation möchte, der muss eben auch über den Umgang mit Geld nachdenken. Das gilt, wenn neue Projekte Wirklichkeit werden sollen. Das gilt auch, wenn Bestehendes für die Zukunft zu erhalten ist. Da ist der Wohnungsbau im Stadtteil Garath ein gutes Beispiel. Hier hat der Kirchenkreis 104 Wohneinheiten, nach heutigen auch energetischen Ansprüchen saniert. Die 1969 an der Carl-Severing-Straße und an der Carl-von-Ossietzky-Straße im sozialen Wohnungsbau entstandenen Mehrfamilienhäuser bekamen unter anderem neue Fenster, neue Dämmungen an den Dächern, die Balkone wurden renoviert. Die Gesamtkosten beliefen sich dabei auf rund 3,8 Mio. Euro.

Zur Finanzierung hat der Kirchenkreis einen Darlehensvertrag mit der Bank für Kirche und Diakonie abgeschlossen und besonders günstige öffentliche Mittel aus dem Programm „Energieeffizient Sanieren“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhalten. Die Wohnungen werden nach wie vor zu sozialen Preisen vermietet.

Alles in allem auch dies ein Schritt Richtung Zukunft. Wer sie entwickeln möchte, muss auch Geld in die Hand nehmen.

Foto oben: Sergej Lepke